Jagdhornbläser

Der Ursprung des Jagdhorns geht in die graue Vorzeit zurück. Schon unsere Vorfahren bedienten sich der Hörner des Urrindes, um gemeinsame Jagdstrategien abstimmen zu können. Die Rolle, die es damals zur Sicherung des Überlebens spielte, hat es in der heutigen Zivilisation nicht mehr. Auch hat sich das Aussehen vom Rinderhorn bis zum modernen Fürst-Pleß-Horn stark gewandelt und die Töne, die man hervorlocken kann, sind sicher mit‘ denen des Urhorns nicht mehr zu vergleichen. Die Bedeutung zur Verständigung bei Gesellschaftsjagden hat es aber bis in unsere Zeit” behalten und wird nach wie vor für das Blasen der Jagdleitsignale benötigt.

lm Laufe der Geschichte entstanden so Melodien für den Jagdgebrauch, die man heute in drei Gruppen einteilt. Zum Ersten gibt es die „allgemeinen Signale“: Hohes Wecken. Begrüßung. Zum Essen. Jagd vorbei und Halali. Diese Signale umrahmen die Jagd und stellen Anfang und Ende einer Gesellschaftsjagd dar. Die bereits erwähnte zweite Gruppe der „Jagdleitsignale” dient. wie der Name schon sagt, zur Leitung einer Jagd. Dazu benötigt man Signale wie: Aufbruch zur Jagd. Anblasen des Treibens, Hahn in Ruhe, Sammeln der Jäger und viele weitere. Zu allen      Zeiten und in allen Kulturen ehrte man das bei der Jagd erlegte Wild. Dafür steht die dritte Gruppe der „Totsignale“. Diese Ehrungen gibt es in unserer heutigen Gesellschaft für verschiedene jagdbaren Wildarten wie beispielsweise: Gams tot. Hirsch tot, Sau tot. Aber auch für früher in Deutschland oder anderen europäischen Ländern verbreitete Wildarten wie Bär, Wisent oder Auerhahn gibt es solche Totsignale.


 

Die Jägervereinigung Butzbach besteht zurzeit aus einer Gruppe von 14 aktiven Bläserinnen und Bläser, die nicht nur das traditionelle Fürst Pless Horn, sondern auch das größere Parforce Horn blasen. Die Gruppe wird von Horst Wolff geleitet.

Neue Mitglieder, ob Jäger oder Nichtjäger sind jederzeit herzlich willkommen! Wenn Sie also an der Jagdmusik interessiert sind und Freude am gemeinsamen Musizieren in einer sehr harmonischen und humorvollen Gruppe haben, wir freuen uns auf Sie! Sie lernen hier die ersten Töne vom Totsignal bis zu den Jagdleitsignalen, aber auch Jägermärsche und Fanfaren.

Noten- oder Instrumentenkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich! Notenkenntnisse erlangen alle Mitbläser im Laufe der Zeit automatisch. Nehmen Sie Kontakt mit unseren Bläserobmann auf oder schnuppern Sie doch einfach mal in unsere Probe hinein.

Unsere Proben finden jeden Freitag von 20:00 – 22:00 Uhr in der Gaststätte “Zur Reichpost” von Burkhard Brod in Fauerbach
[Adresse: Vordergasse 8, 35510 Butzbach] statt.

Ansprechpartner: Steffen Buß (Bläserobmann)
Telefon: 06033 / 970506
Mail: steffen.buss@butzbacherjaeger.de

 

 

Als 1952 die Jägervereinigung Butzbach gegründet wurde, erklang zur „Begrüßung” der Gründungsversammlung also auch ein Jagdhorn, das allerdings von einer Trompete unterstützt wurde. Bald darauf fanden sich aber in Alwin Zetzmann, Erhard Horst, Berthold Michel und Dieter Schott vier gleichgesinnte Waidkameraden zusammen und bildeten so das Bläsercorps der Jägervereinigung Butzbach. dem sich 1957 Erich Euler und Erhard Wetz anschlossen. Unter diesem Namen meldeten sie sich bei dem damals alljährlich stattfindenden hessischen Landesbläserwettbewerb in Kranichstein an.

 

Dieser seit 1953 stattfindende Wettbewerb war einer der ersten bundesweit und 1956 nahmen daran 13 Bläsergruppen mit über 200 Bläsern teil. Es wurde in drei Schwierigkeitsklassen geblasen und jedes Corps musste in einer Mindeststärke von vier Bläsern antreten. Geübt wurde anfangs in der Gaststätte ‚Zum Marienschlösschen“ in Flockenberg. bis 1972 Frau Hildebrand ihre Gaststätte „Zum Adler” in Nieder-Weisel als Vereinslokal zur Verfügung stellte. Leider sind aus der Anfangszeit nur wenige Unterlagen vorhanden aber 1959 erreichte das Bläsercorps den 16. Platz (von 20 teilnehmenden Gruppen) in der 1. Klasse. Auch wer in den folgenden Jahren als Mitglieder des Bläsercorps an den Wettbewerben in Kranichstein teilgenommen hat, ist nicht lückenlos nachvollziehbar. 1967 nahmen vier Bläser in der A—Gruppe teil und erreichten den 5. Platz in dieser Klasse. Außerdem traten sechs neue Bläser erstmals in Kranichstein an. Dies waren Gunthard Diehl, Günther Euler, Hans Jung. Otto Schäfer. Peter Wadewitz und Helmut Werntges. Erstmals über die Landesgrenzen hinaus ging es 1968 zum Jagdschloss Springe um am dortigen niedersächsischen

 

 

Landeswettbewerb teilzunehmen. Ab 1971 wurde der hessische Landeswettbewerb im zweijährigen Turnus durchgeführt. Die damals 15 teilnehmenden Bläser trugen erstmals einheitliche Jacken. Mit dieser starken Truppe erreichte das Bläsercorps den 1. Platz in der Gruppe B und wurde mit einer Hornfesselspange in Silber belohnt. Mit’ zwei, ebenfalls in diesem Jahr, von den Herren Krug und Schmidt gespendeten Parforcehörnern konnten nun auch anspruchsvoll Märsche und Fanfaren eingeübt werden. Noch erfolgreicher waren die 18 Bläser. die 1973 am Landeswettbewerb in Kranichstein einen ersten Preis und eine goldene Hornfesselspange erringen konnten. Die damals erreichten 720 Punkte qualifizierten das Bläsercorps der Jägervereinigung Butzbach erstmals zur Teilnahme an einem Bundeswettbewerb am darauffolgenden Tag. Angespornt durch weiteren Erfolg beim hessischen Landeswettbewerb 1975. bei dem sich das Bläsercorps wiederum für den Bundeswettbewerb qualifizieren konnte, präsentierten die Jagdhornbläserinnen und -bläser 1976 die Jägervereinigung Butzbach bei einem internationalen Wettbewerb im oberösterreichischen Ried. Im Mai 1977 nahm des Bläsercorps am hessischen Landeswettbewerb teil und konnte sich auch wieder für den Bundeswettbewerb am folgenden Tag platzieren. Das Hauptereignis in diesem Jahr war aber sicherlich das 25-jährige Vereinsjubiläum der Jägervereinigung Butzbach. zu den Bläserinnen und Bläser unserer befreundeten Jagdvereine im Juni zu einem Bläsertreffen auf den Butzbacher Marktplatz eingeladen wurden. Mit 19 Bläserinnen und Bläsern in der „Gemischten Gruppe“ und 10 neuen Teilnehmern in der C Gruppe vertrat das Bläsercorps die Jägervereinigung Butzbach 1978 erfolgreich (Platz 5 von 42, G-Gruppe) beim baden-württembergischen Landeswettbewerb in Oppenau.

 

 

 

 

 

 

 

 

Einem Beschluss des Vorstandes der Jägervereinigung Butzbach folgend. wurde das Bläsercorps 1979 neu eingekleidet. Durch die neu erworbenen Anzüge angespornt. erreichte das Bläsercorps beim hessischen Landeswettbewerb in der A-Gruppe den 5. Platz (von 41) und konnte wieder am Bundeswettbewerb teilnehmen. Dort erreichte man den 8. Platz (von 46). Die erstmals in Oppen aus gestarteten Bläserinnen und Bläser der C-Gruppe erreichten beim Landeswettbewerb den 6. Platz (von 13). inzwischen zum festen Programm des Butzbacher Bläsercorps geworden, wurde auch in dem Jahrzwischen den hessischen Landeswettbewerben ein Wettbewerb in einem anderen Bundesland ausgewählt, um dort als Gästegruppe teilzunehmen. 1980 fiel die Wahl auf das Jagdschloss Springe/Niedersachsen. Dort startete die C-Gruppe von Kranichstein erstmals als B-Gruppe. Die A-Gruppe erreichte den 15. Platz (von 60). 1981 landete die A—Gruppe erfolgsgewohnt beim hessischen Landeswettbewerb in Kranichstein auf dem 7. Platz (von 40). Die B—Gruppe erreichte den 3. Platz (von 12) und wurde so dem Leistungsanspruch, der an sie gestellt wurde gerecht. Beim Bundeswettbewerb erreichte die A-Gruppe, als zweitbestes hessisches Corps. den 8. Platz (von 45). Die Hochöfen des Ruhrgebiets waren 1982 das Ziel unseres außerhessischen Auftritts. Beim nordrhein-westfälischen Landeswettbewerb in Mühlheim/Ruhr traten erstmals alle Bläserinnen und Bläser der Jägervereinigung Butzbach gemeinsam in der A-Gruppe auf und man erreichte einen 9. Platz (von 69). Somit wurden die langjährigen Bemühungen der „Anfänger“ belohnt und sie waren voll in das Bläsercorps integriert. Nach dem großen Erfolg, den das Bläserkonzert zum 25-jährigen Bestehen der Jägervereinigung Butzbach darstellte, wurde der 30.Ehrentag zu einer Wiederholung dieser Veranstaltung genutzt. 12 Bläsergruppen mit über 250 Bläserinnen und Bläsern befreundeter Jagdvereine gaben sich ein Stelldichein auf dem Butzbacher Marktplatz und landen den Applaus der breiten Öffentlichkeit. Im April 1983 wurde das Bläsercorps eingeladen zur Teilnahme am hessischen Landesjägertag in Kassel. In Kranichstein beim hessischen Landesbläserwettbewerb startete eine neue C—Gruppe und erreichte den 2. Platz. Neben Manfred Marx als Leiter nahmen Michael Diehl, Alexander Lodig. Elke und Werner Schwarzkopf und Josef Stich erstmals an diesem Wettbewerb teil.

 

 

 

 

 

Beim Landeswettbewerb in Kranichstein erreichten wir 1985 den 4. Platz und konnten
so am Sonntag auch wieder am Bundeswettbewerb teilnehmen. bei dem wir den 9. Platz (von 43) belegten. Bei einem internationalen Wettbewerb 1986 in Nürnberg, der mit 218 Bläsergruppen und 4000 Bläsern aus 6 europäischen Ländern, der größte war an dem wir bislang teilgenommen haben, erreichten wir in der Klasse Fürst—Pleß den 5. Platz (von 60).
1987 führte erstmals Ute Marx das Bläsercorps zum Landeswettbewerb nach Kranichstein. Dabei erreichte das Bläsercorps den 5. Platz (von 17) und qualifizierte sich für den Bundeswettbewerb.

 

 


Dort erreichten wir. wie auch beim letzten Mal, den 9 Platz (von 60). Allerdings konnte an beiden Wettbewerben wie auch in den vorangegangenen Wettbewerben die Punktzahl kontinuierlich gesteigert werden. Nachdem wir 1988 am Landesjägertag in Bad Nauheim teilgenommen hatten, führte uns der rheinland-pfälzische Landeswettbewerb zurück in die Zeit Kaiser Barbarossas. lm Schatten der Burg Trifels erreichten wir im pfälzischen Annweiler den 5. Platz. In Kranichstein platzierte sich das Bläsercorps 1989 beim Landeswettbewerb mit 875,5 Punkten auf dem 3. Platz (von 13). Damit konnten wir am Bundeswettbewerb teilnehmen und erreichten mit der exakt gleichen Punktzahl wie am Vortag den 10. Platz (von 31).

 

 

Große Ereignisse der Geschichte wie die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 gingen auch  an der  Jägervereinigung Butzbach nicht einfach vorüber. Bei der Städtepartnerschaft von Eilenburg und Butzbach stellte sich heraus das im dortigen Wöllnau auch eine Jagdhornbläsergruppebestand. Der Einladung zum 25-jährigen Vereinsjubiläum der Jagdhornbläser Wöllnau/Battaune
e.V. folgten wir gerne und so begann eine bis heute andauernde tiefe Freundschaft. Nach dem das Bläsercorps 1991 in Kranichstein beim Landeswettbewerb den Namen der Jägervereinigung Butzbach auf den 2. Platz (von 6) trugen und auch beim Bundeswettbewerb den 10. Platz erreichten, freuten wir uns auf den Besuch unserer Wöllnauer Bläserfreunde zum
Butzbacher Altstadtfest. Alle freuten sich endlich nach Sachsen aufzubrechen und so erfolgte 1992, nachdem wir zuerst der Einladung zum Landesjägertag nach Bad Nauheim gefolgt waren. ein Besuch bei unseren Freunden in Wöllnau/Battaune. Mit dem Mückenspray und Jagdhorn gewappnet ging es mit dem Planwagen durch den Wildenhainer Bruch und die Dübener Heide, bedeutende Naturschutzgebiete die seltenen Vögel, unter anderem auch Kranichen, als Rast- und Brutstätte
dienen.

 

 

Zurück aus Eilenburg wurde ein Bläsertreffen anlässlich des 40. Bestehens der Jägervereinigung Butzbach ausgerichtet. Dazu folgten 11 befreundete Bläsercorps der Einladung auf den Butzbacher Marktplatz. Mit über 250 Jagdhornbläserinnen und – Bläsern, darunter auch unsere Freunde aus Wöllnau, wurde der Tag zu einem freudigen Ereignis für die Jägervereinigung Butzbach. Dazu trug nicht zuletzt auch die Parforcehorn – Gruppe der Jägervereinigung Butzbach, unter der Leitung von Herbert Krug, bei. Mit deren Hilfe wurde eine Hubertusmesse gefeiert und so stand schon am Anfang der Veranstaltung ein klanglicher Höhepunkt, der durch die Akustik der Markuskirche zu einem beeindruckenden Hörerlebnis wurde. Von der gelungenen Jubiläumsfeier und dem erfolgreichen Abscheiden beim letzten Wettbewerb in Kranichstein angespornt, erreichte das Bläsercorps der Jägervereinigung Butzbach 1992 den Gipfel bläserischer Leistung und wurde Hessenmeister. Vorangegangen waren Wochen intensiver Übung und zwei Aufenthalte im “Trainingslager” in Altenhain/Vogelsberg.

 

 

Diese beiden Wochenenden auf dem Petershainer Hof waren nicht nur bläserisch ein voller Erfolg. Durch die ausgelassene und lockere Stimmung die nur durch die konzentrierten Übungszeiten unterbrochen wurden, konnte der ohnehin schon große Zusammenhalt der Gruppe noch gesteigert werden. Den größten Anteil am Erfolg muss aber der Corps Leiterin Ute Marx zugesprochen werden, die unermüdlich Fehler ausmerzte und das Bläsercorps zu dieser Leistung angespornt hat. So gelangte das „Silberne Horn“ der A-Gruppe zum ersten Mal nach Butzbach. Leider konnte die Leistung beim Bundeswettbewerb nicht wiederholt werden. man sicherte sich aber den 9. Platz und wurde bestes hessisches Corps. 1994 wirkte das Bläsercorps bei der
Gestaltung des Landesbläsertages in Fulda mit. Es stand ein Besuch in Eilenburg bei unseren Wöllnauer Bläserfreunden an und es wurde verstärkt Parforce-Horn geblasen. Gemeinsam mit Bläserinnen und Bläsern aus Usingen und Pohlheim gestalteten wir mehrere Hubertusmessen mit, wobei der Vortrag der „Grande Messe de St. Hubert“ in der Schlosskapelle von Bad Homburg
sicher einer der Höhepunkte darstellt. Da bei der Bewertung der vergangenen Wettbewerbe immer wieder die schlechte Stimmung der Hörner zu Punktverlusten führte, gewährte der Vorstand den Antrag von Ute Marx 25 Jagdhörner
mit gleicher Stimmung anzuschaffen. Nachdem das Bläsercorps technisch so gut vorbereitet war, versuchte man 1995 an den Erfolg von 1993 anzuknüpfen und in Kranichstein den Titel des Hessenmeisters zu verteidigen. Nach Stunden des Wartens auf die Preisverleihung folgten spannende Minuten bis zur Gewissheit wurde und das Bläsercorps der Jägervereinigung Butzbach punktgleich mit den Freunden vom Hubertus Gießen erneut Hessenmeister geworden waren. Die Krönung des Erfolgs stellte allerdings am darauffolgenden Tag der 2. Platz beim Bundeswettbewerb dar. Lediglich den Bläserinnen und Bläsern vom Hubertus Gießen mussten wir uns geschlagen geben und wurden so Bundesvizemeister im Jagdhornblasen. Durch die
Belastung im Vorjahr entschloss man sich 1996 an keinem Wettbewerb teilzunehmen. Obwohl Ute Marx mittlerweile nach Bremerhaven gezogen war, trainierte sie das Bläsercorps weiter. So musste man sich 1997 wieder den Bläserinnen und Bläsern des Hubertus Gießen geschlagen geben und wurde Hessenvizemeister in der A-Gruppe. Eine neu formierte C-Gruppe
landete mit nur 1,5 Punkten Abstand hinter einer ebenfalls neuen Gießener C-Gruppe. Neu angetreten waren Bernd Arabin, Florian Bayer. Robert Pfeffer, Karin und Maximilian Reuhl, Erhard Schmidt und Traudi Volz. Letztmalig dabei war der treueste Schlachtenbummler Dr. Willi Nern, der in den vergangenen Jahren immer mit nach Kranichstein gefahren war. Ute Marx bat uns 1998 bei der Gestaltung eines Jägerballs an ihrer neuen Wirkstätte in Bremerhaven teilzunehmen. Diesem Aufruf folgte das Bläsercorps natürlich und so wurde der Name der Jägervereinigung Butzbach auch im Norden Deutschlands zu einem Begriff. Da aus verschiedenen Gründen viele Bläserinnen und Bläser aus der A-Gruppe nicht teilnehmen konnten, entschloss man sich. die C-Gruppe von 1996 gründlich auszubilden und gemäß den Richtlinien in der Gruppe B anzutreten. Das führte zum Erfolg und die B-Gruppe siegte in ihrer Klasse und brachte die Trophäe des „Silbernen Horns” der B-Gruppe nach Butzbach. Um mehr Sicherheit bei Wettkämpfen zu gewinnen. aber auch um die Gemeinschaft des Bläsercorps zu stärken nahm man 2000 am rheinland-pfälzischen Landeswettbewerb in Kaiserslautern teil. Auch dort konnte man den 1. Platz erreichen. Als im Herbst 2000 Herbert Krug die Leitung des Bläsercorps, die er 1998 kommissarisch von Ute Marx wieder übernommen hatte, niederlegte, stellte sich die Frage ob und in welcher Gruppe am hessischen Landeswettbewerb teilgenommen werden sollte.

 

 

Es war aber schon bald klar, dass das Bläsercorps in Kranichstein antreten musste und um die Arbeit der letzten Jahre zu vollenden sollte in der A-Gruppe gemeldet werden. Das Trainingslager war bereits für den rheinland-pfälzischen Wettbewerb nach Gräfenwiesbach verlegt worden. Das sich die Mühen der Vorbereitung gelohnt hatten stellte sich im Mai 2001 heraus. Das Bläsercorps der Jägervereinigung Butzbach meldete sich eindrucksvoll in der A-Gruppe zurück und stellte erneut, hinter Hubertus Gießen, den hessischen Vizemeister. Auch beim Bundeswettbewerb konnte an alte Leistungen angeknüpft werden und wir belegten den 7. Platz (von 32). Möglich wurde ein solcher Erfolg nur durch die Disziplin der Bläserinnen und Bläser und jahrelange Bemühungen und die aufopferungsvolle Arbeit von Herbert Krug und Ute Marx. Diese Disziplin und das freundschaftliche Miteinander in der Bläsergruppe sind das eigentliche Erfolgsrezept des Bläsercorps. Das gemeinschaftliche Interesse am Jagdhornblasen. die Freude, die lockere Stimmung und der Spaß an der Sache tun ein Übriges, um unter den Bläserinnen und Bläsern einen fast familiären Zusammenhalt zu schaffen. Durch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Bläsercorps und anderen hessischen Bläsergruppen ähnelt die Stimmung bei den Wettbewerben in Kranichstein fast einem Familientreffen. Darum nahm das Jaghornbläsercorps in den vergangenen Jahren an einer Vielzahl von Bläsertreffen benachbarter und befreundeter Jagdvereine teil. Diese Freundschaften sind es, die bei Bläsertreffen zu Vereinsjubiläen gepflegt und ausgebaut werden. Ein Sinnbild für die Gemeinschaft der Jagdvereine im Wetteraukreis ist die 1980 erstmals gemeinsam vom Hubertus Altkreis Büdingen, dem Jagdclub Bad Nauheim, dem Wetterauer Jagdclub und der Jägervereinigung Butzbach ausgerichtete Hubertusmesse in der Kapelle Maria Sternbach/Wickstadt. Gerade für das Bläsercorps der Jägervereinigung Butzbach ist diese Hubertusmesse der Anfang einer weiteren bläserischen Höchstleistung. Dort wurde erstmalig, unter der Leitung von Herbert Krug. von Mitgliedern des Bläsercorps eine Hubertusmesse mit Parforcehörnern in Es geblasen. Diese Hubertusmesse ist ein Glanzstück in der Geschichte des Bläsercorps. Anfänglich mit Schwierigkeiten verbunden, erbrachte die Es-Horngruppe zu Beginn der 90iger Jahre musikalisch eindrucksvolle Leistungen. Durch das Zusammenwirken von Bläserinnen und Bläsern des Pohlheimer Naturhorn-Ensembles und der Jägervereinigungen Usingen und Butzbachs entstanden. wieder unter der Leitung von Herbert Krug, eindrucksvolle Hubertusmessen wie z.B.: 1991 in Nieder-Weisel anlässlich der Fuchsjagd der Butzbacher Reit- und Fahrvereins. 1993 in Neu-Ansbach und später noch in Petterweil. Ostheim, Usingen. Butzbach und Bad Homburg.

 

 

Seit 1990 gehört der Stand der Jägervereinigung zum festen Bestandteil des Butzbachers Altstadtfestes. Dazu gehört auch das kleine Konzert des Bläsercorps am Sonntagmittag. Abe rauch bei Butzbacher Vereinen war das Bläsercorps gern zu Gast, um bei der musikalischen Ausgestaltung von Festveranstaltungen zu helfen und die Jägervereinigung in der Butzbacher
Öffentlichkeit zu vertreten. Dazu dient auch der „Grüne Abend” der Jägervereinigung bei dem das Bläsercorps in den letzten
Jahren immer ein neu eingeübtes Stück präsentierte. Das Streckenverblasen und das anschließende Schüsseltreiben bei der traditionellen ‚.Hubertusjagd“ unseres Vereins stellt für das Bläsercorps einen Abschluss der alljährlichen Veranstaltungen dar. Bei Gratulationen zu Jubiläen begleiten das Bläsercorps den 1. Vorsitzenden unseres Vereins das ganze Jahr über und bisweilen erfüllt es die traurige Pflicht einem verstorbenen Waidkameraden ein letztes „Jagd vorbei — Halali“ zu blasen.
Die Gründung und die Vielzahl von Aktivitäten und Erfolge des Bläsercorps wäre wohl nie zustande gekommen wenn es nicht zwei Herren und eine Dame an der Spitze der Bläserinnen und Bläser gegeben hätte die sich besonders ereifert haben.
Als erster Corps Leiter gründete Alwin Zetzmann mit den drei Waidkameraden Schott Michel und Horst das Bläsercorps der Jägervereinigung Butzbach. In dieser Besetzung führte er es erstmals zu einem hessischen Landeswettbewerb nach Kranichstein. Personell verdoppelt und mit ersten Erfolgen bei Wettbewerben übergab Alwin Zetzmann 1965 die Führung des Bläsercorps an Herbert Krug. Mit Herbert Krug, der seit 1954 Jagdhorn bläst und seit 1956 Mitglied der Jägervereinigung ist, übernahm ein Mann mit großen musikalischen Fähigkeiten die Leitung ständig die Leistung der Bläserinnen und Bläser steigernd, stellten sich große Erfolge ein. Für seine Verdienste um die Pflege des Jagdhornblasens bekam Herbert Krug 1973 die Ehrenplakette des LJV Hessen überreicht. So führte er das Bläsercorps. mit einer kurzen Unterbrechung in der Gerhard Liller die Leitung übernahm, bis 1985. Nun übernahm Harald Krug die Leitung bis zum Beginn seines Studiums 1987. Für eine kurze Zeit stellte sich Herbert Krug nochmals zu Verfügung, bis in Ute Marx eine Nachfolgerin gefunden wurde. Die damals 19jährige bläst seit” ihrem sechsten Lebensjahr Jagdhorn und erwies sich in der Führung des Bläsercorps als sehr erfolgreich. Unter ihrer Leitung errang das Bläsercorps zweimal den Hessenmeistertitel und wurde einmal Bundesvizemeister. Als Ute Marx aus familiären Gründen. nach 11 Jahren, 1998 ihr Amt als Bläserobfrau abgab, war es wieder Herbert Krug der als „Retter in der Not“ die kommissarische Leitung übernahm. 1999 wurde Steffen Buß zum Bläserobmann gewählt. Die musikalische Ausbildung der neuen Bläse übernahm Horst Wolff. Herbert Krug dirigierte die A—Gruppe, bis er 2000 endgültig die Corps Leitung niederlegte. Nach wie vor ist es die Aufgabe des Bläsercorps die Ausbildung von jungen Bläserinnen und Bläsern zu gewährleisten. Auch in Zeiten von Handys ist das Jagdhorn aus dem alltäglichen Jagdbetrieb nicht wegzudenken. In diesen praktischen Einsatz kommt das Jagdhorn zumeist bei den herbstlichen Gesellschaftsjagden. Sicherlich gehört das Jagdhornblasen aber auch zur Erhaltung jagdlichen Brauchtums in unserer modernen Gesellschaft. Eben in dieser modernen
Gesellschaft bekommt der Hörnerklang. in Zeiten, in denen die Jagd und die die sie ausüben zunehmend unter Druck geraten, eine wichtige Bedeutung zu. Das Bläsercorps stellt die Jägervereinigung Butzbach in der Öffentlichkeit dar und trägt somit zum Bild der Jagd in der Bevölkerung bei. Diese wichtige Aufgabe erfüllen die Mitglieder des Bläsercorps der Jägervereinigung Butzbach in den vergangenen 50 Jahren in vorbildlicher Weise.